Vom Pils zum Pilz – diese innovative Geschäftsidee der Nosh.bio GmbH bringt neues Leben in die ehemalige Brauerei von Böhmisch Brauhaus.
Das 2022 in Berlin gegründete Start-up hat sich auf die Entwicklung von Nahrungsmitteln bzw. Fleischalternativen aus gentechnikfreien Pilzen spezialisiert. Der Pilz selbst wird bereits seit Jahrzehnten in der japanischen Küche zur Fermentierung eingesetzt und ist als Nahrungsmittel zugelassen. Er enthält keine schädlichen Giftstoffe, Chemikalien, Cholesterin und benötige im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln keine Ackerfläche, sodass sich 80 Prozent des Wasserbrauchs und 70 Prozent der CO2-Emissionen einsparen lassen. Das Produkt aus Fadenpilzen kommt der Struktur und Konsistenz von Hähnchenfleisch nah und wird derzeit noch über einen Dienstleister in Mailand produziert. Namhafte Kunden wie Tönnies und Barilla haben bereits angebissen und sollen künftig mit den Trockenprodukten aus Großröhrsdorf beliefert werden.
Hier wird das Unternehmen seinen ersten Produktionsstandort aufbauen. Mit den Mitteln aus dem Programm GRW-RIGA in Höhe von 2,75 Mio. Euro werden u.a. die vorhandenen Fermentationstanks zu einer Produktionsanlage für Mikroproteine Stück für Stück umgebaut und ausgerüstet. Rund 5.000 Tonnen Myzelprotein pro Jahr sollen hier Ende 2024 für alternative Fleisch- und Fischprodukte produziert werden.
Die Nachnutzung der Brauereianlagen ist etwa 80 Prozent günstiger als eine Neuanschaffung bzw. ein Neubau auf der grünen Wiese. Das Unternehmen plant, mit dem Vorhaben mindestens elf neue Arbeitsplätze zu schaffen.
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