Neues Jahr neues Glück - Neujahrsgrüße des Bürgermeisters

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, irgendwie ist man in diesem Jahr wegen der „unglücklich“ gefallenen Feiertage eigentlich ohne Atempause in das neue Jahr geschlittert. Es ist jedoch nötig, und da bietet sich ein Jahreswechsel geradezu an, kurz inne zu halten, um sich darüber Gedanken zu machen, welche Ziele und Vorstellungen man für 2022 hat. Was man vom neuen Jahr erwartet und welche guten Vorsätze man fasst.

Im letzten Jahr habe ich Ihnen Gesundheit, Glück und Zufriedenheit auf den Weg gegeben, verbunden mit der Hoffnung und dem Wunsch auf ein weniger verrücktes Jahr. Wenn ich nun zurückblicke, haben sich leider einige Hoffnungen und Wünsche nicht erfüllt.

Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir nach vorn sehen. Die guten Dinge sehen, dass was wir schaffen können und vor allem, wie wir uns als Gemeinschaft nach vorn bringen. Das soll uns Motivation sein. Dabei ist Zusammenhalt das Zauberwort. Ich wurde 2021 immer wieder - mal mehr mal weniger deutlich - aufgefordert, mich nun zu aktuellen gesellschaftlichen Dingen zu positionieren. Stellung beziehen - dafür oder dagegen sein, dass wurde erwartet von einem Bürgermeister. Diese Erwartung kann und werde ich nicht erfüllen, denn ich sehe meine Aufgabe ganz eindeutig nicht in der Polarisierung, sondern in dem Versuch, wieder zusammen zu führen, uns als Menschen zu einen und den ganz offensichtlichen Spalt in der Gesellschaft wieder ein Stück zu schließen. Dafür oder dagegen ist für mich persönlich keine Option, denn Lebensentwürfe, Ansichten und individuelle Entscheidungen sind vielfältig und verdienen alle, gehört und respektiert zu werden. Nach meiner Erfahrung steckt in der Regel immer ein Grund dahinter, meist kennen wir ihn nur nicht und können unser Urteil daher oft nur aus unserer Sicht ableiten. Wir müssen wieder lernen, zuzuhören, respektvoll miteinander umzugehen, zu reden und mit den besten Argumenten zu überzeugen, statt mit verbaler oder körperlicher Aggression. Das wäre einer meiner größten Wünsche für 2022.

In diesem Jahr haben wir uns als Stadt einiges vorgenommen. Neben der laufenden Straßeninstandsetzung, der Beseitigung von Winterschäden, der Röderberäumung und vielem mehr wollen wir den Neubau der Kindertagesstätte „Bummiland“ fertigstellen. Materialknappheit und erhebliche krankheitsbedingte Baubehinderungen haben uns im Zeitplan doch etwas zurückgeworfen und der Winter ist für den Hochbau eben auch nicht die beste Zeit. Im Entwurf des Haushaltes ist darüber hinaus auch vorgesehen, die Elternbeiträge für unsere Kindergärten und Horte auch 2022 und damit schon seit 4 Jahren nicht zu erhöhen.

Einen bedeutenden Anteil an unseren Investitionen wird der Brückenbau und der Bau von Ufermauern in 2022 einnehmen. Die Ludwig-Jahn-Straße wollen wir erneuern und die Praßerschule soll neben einer dringend nötigen Klimatisierung im Dachgeschoss ein neues großes Außenspielgerät erhalten. Neben den bereits im vergangenen Jahr bestellten Spielgeräten für einige Spielplätze in Großröhrsdorf, welche aktuell extrem lange Lieferzeiten haben, wollen wir den Spielplatz am Festplatz in Großröhrsdorf nicht nur erneuern, sondern „neu erfinden“. Die Geräte sind in die Jahre gekommen und waren so desolat, dass man sie abbauen musste. Wir möchten den Spielplatz nach einem Motto, welches noch ausgesucht werden muss, völlig neu und kindgerecht entwerfen und aufbauen. Dafür ist es allerdings nötig, den aktuell in der Erstellung befindlichen Haushaltsplan 2022 vom Landratsamt genehmigt zu bekommen. Dieser wird dafür entsprechende Budgets vorsehen.

Ein Projekt, welches einen längeren Atem braucht, dem ich aber 2022 meine große Aufmerksamkeit widmen werde, ist der grundhafte Ausbau der Ortsdurchfahrt Kleinröhrsdorf. Ein Millionenprojekt, welches nur in Kooperation mit dem Landratsamt Bautzen umsetzbar ist. Der Landkreis ist Träger der Straße. Die Stadt selbst ist für Abwasserkanalisation, Fuß- und Radwege sowie Straßenbeleuchtung zuständig. Neben den vertraglichen Vereinbarungen mit unserem Partner Landratsamt müssen die finanziellen Weichen gestellt werden. Im Landkreis selbst, aber auch im Haushalt der Stadt müssen Finanzmittel bereitgestellt werden und auch der Freistaat Sachsen muss sich über Fördermittel an der Finanzierung beteiligen. Anders wäre eine solche Investition nicht möglich.

Darüber hinaus werde ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen sowie Unterstützern aus der Bürgerschaft und den Sportvereinen am Projekt „Neubau 2-Feld-Sporthalle“ weiterarbeiten. Dieses hatte im letzten Jahr durch die Ablehnung des Fördermittelantrages für Gelder des Strukturwandels einen erheblichen Rückschlag erlitten. Aktuell gibt es keine Förderprogramme, welche eine so hohe Förderquote haben, die eine finanzierbare Umsetzung dieses dringend nötigen Neubaus ermöglichen. Hier setze ich neben unseren Sportvereinen auch Hoffnung in den Landkreis Bautzen als Unterstützer, da dieser den Gymnasialstandort ausbauen wird und daher auch ein Interesse an ausreichend Sporthallenkapazitäten im Sinne seiner Schüler haben müsste. Ich sehe daher gute Chancen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, auch dieses Projekt hoffentlich bald umsetzen zu können.

Wir als Stadtverwaltung und ich ganz persönlich werden unser bestmögliches tun, um all diese Dinge und noch einiges mehr voranzubringen.

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen und ihren Familien alles Gute für das Jahr 2022, vor allem aber Gesundheit und Zufriedenheit.

Ihr Stefan Schneider
Bürgermeister

Stadtverwaltung Großröhrsdorf   Rathausplatz 1   01900  Großröhrsdorf