Stadtkirche zeigt 500 Jahre altes Kruzifix

Betritt der Besucher derzeit die Großröhrsdorfer Stadtkirche, fällt ihm sofort das über 3 Meter große Kruzifix im Altarraum auf. Das Hochkreuz hing bereits in der Vorgängerkirche. Im heutigen Bau hatte das aus dem 15. Jahrhundert stammende Werk keinen Platz mehr gefunden und wurde eingelagert.

Betritt der Besucher derzeit die Großröhrsdorfer Stadtkirche, fällt ihm sofort das über 3 Meter große Kruzifix im Altarraum auf. Dieser wird momentan umfassend saniert.
Eine gewaltige weiße Leinwand verdeckt das komplette Gerüst samt Altar. Der Vorschlag dazu kam vom Gerüstbauer, um die Baustelle zu verbergen und Gottesdiensten und zum Beispiel Hochzeiten trotzdem die angemessene Feierlichkeit zu gewähren. Nun erinnerte sich ein Kirchenvorstand an ein imposantes Kruzifix, welches bereits über viele Jahre im Kirchenarchiv eingelagert ist.

Das Hochkreuz hing bereits in der Vorgängerkirche. Im heutigen Bau hatte das aus dem 15. Jahrhundert stammende Werk keinen Platz mehr gefunden und wurde eingelagert. Nun gibt die weiße Leinwand den richtigen Hintergrund, um den Gekreuzigten im vollen Umfang zur Geltung zu bringen. Das Kruzifix stammt aus vorreformatorischer Zeit und zeigt einen ganz anderen Jesus als bekannte Darstellungen wie die im Zentrum des Altars. Einen Leidenden auf groben Balken fixiert. Die Figur stammt aus einer Zeit, in der auch die einfachen Menschen nicht viel zu lachen hatten. Dieser Christus sollte Verständnis für das Leiden der damaligen Menschen ausstrahlen und Trost spenden. Eine weitere Besonderheit sind die kurzen angezeichneten Haare. Im 15. Jahrhundert war es Brauch, dass Gläubige aus religiöser Begeisterung ihr eigenes Haar als Haarschmuck für die Jesusfigur gaben.

Nun birgt die 1736 erbaute Stadtkirche neben der Mondsichel-Maria und dem Lutherbild noch einen weiteren Schatz. Beeindruckend und bewegend wirkt das Kleinod auf den Kirchengast. Viele Gemeindemitglieder sind tiefberührt vom Antlitz des Jesus.
Zu Gottesdiensten, aber auch mittwochs zur offenen Kirche von 16:00 – 18:00 Uhr kann die Stadtkirche mit seinen Schätzen besichtigt werden. Gesonderte Führungen sind auch nach Vereinbarung möglich. Auch zum Tag des offenen Denkmals am 10. September öffnet die Kirche ihre Türen. An diesem Tag plant die Kirchgemeinde, die im Vorjahr restaurierte Großmannloge zu präsentieren und wertvolle Lutherbibeln aus dem 16. Jahrhundert zu zeigen, die sonst unter Verschluss sind. Auch wird die Restauratorin für Fragen zum Altar zur Verfügung stehen. 

Bis Ende September sollen die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein und zum Kirchweihfest am 8. Oktober bewundert werden können. Viele bedauern bereits jetzt, dass das Kruzifix nach Beendigung der Altarsanierung wieder aus dem Kirchenraum verschwinden muss. Daher gibt es bereits erste Überlegungen, wo das Hochkreuz seinen dauerhaften Platz finden könnte.

Stadtkirche Kruzifixzoom

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